Oh Gott was für eine kryptische Überschrift. Aber genauso kompliziert stellt sich eine möglicher Zugriff auf T-Home Entertain im ganzen Haus dar. Aber bis es soweit ist hier erstmal die Vorgeschichte:
Seit September 2008 bin ich Nutzer von T-Home Entertain mit VDSL 25. Der Grund auf VDSL zu wechseln, war die ansonsten viel zu niedrige DSL-Bandbreite (max. 3MBit/s), die mir an meinem Wohnort zur Verfügung steht. Also habe ich VDSL beantragt und bin seitdem mit dem Anschluss und der Bandbreite sehr zufrieden. Da bei VDSL immer das Entertain-Paket und somit IP-TV inklusive ist, bin ich also auch in den Genuss eines entsprechenden Media Receiver MR300 gekommen. IP-TV wird bei Entertain per Multicast ausgestrahlt. Wer Fragen zu Multicast kann sich hier gerne bei Wikipedia informieren http://de.wikipedia.org/wiki/Multicast
Multicast ist die übliche Bezeichnung für IP-Multicast, das es ermöglicht, in IP-Netzwerken effizient Daten an viele Empfänger zur gleichen Zeit zu senden. Das passiert mit einer speziellen Multicast-Adresse. In IPv4 ist hierfür der Adress-Bereich 224.0.0.0 bis 239.255.255.255, in IPv6 jede mit FF00::/8 beginnende Adresse reserviert. Zusätzlich wird zur Koordination bei IPv4 das Protokoll IGMP oder CGMP (nur Cisco-Komponenten) benutzt. In IPv6 übernimmt ICMPv6 die Steuerungsfunktion.
Die von der Telekom gelieferten Router unterstützen natürlich Multicast bzw. IGMP v3 und somit hat niemand ein Problem, der seinen Media Receiver direkt an den gelieferten Router hängt. Befindet sich auf dem Weg zwischen Router und Media Receiver jedoch ein normaler, billiger Feld-, Wald- und Wiesenswitch wird aus dem Multicaststream ein Broadcaststream, der somit an alle (!) angeschlossenen Geräte weitergeleitet wird. Dies liegt daran das ein “normaler” Switch keine eigene Intelligenz aufweist und somit die Multicastadressierung nicht umsetzen kann. Ein normaler PC oder weitere per Kabel angeschlossene Geräte haben hiermit typischerweise kein Problem, die Broadcast Pakete werden einfach ignoriert. Ein Problem entsteht vor allem dann, wenn an einem der Ports ein WLAN-Access Point hängt, denn damit wird jetzt das gesamte WLAN geflutet und kann nur noch extrem eingeschränkt genutzt werden.
Nun zu meiner Situation und Hausverkabelung. Der DSL-Zugang (Router) befindet sich im Arbeitszimmer von dort führt eine Leitung (ja ich weiß, ich hätte mehr Leitungen legen sollen) zu meinem zentralen Patchfeld, mit dem ich den Rest des Hauses versorge. An diesem Patchfeld befindet sich jetzt der zentrale Switch, der die Verteilung übernimmt. An diesem Switch sind derzeit 2 x PC (Philipp & Lisa), 1 x XBOX360, 1 x QNAP NAS TS-209, 1 x Squeezebox Classic und 1 x WLAN Access Point (versorgt zwei weitere Squeezeboxen, iPod Touch sowie das ganze Grundstück mit WLAN) angeschlossen. Aufgrund der Mutlicast/Broadcast Problematik kann ich keine WLAN-Endgeräte nutzen, sobald der Media Receiver zum Fernsehen oder Aufzeichnen benutzt wird. Die gesamte Infrastruktur sieht also wie folgt aus:
Also habe ich mich auf die Suche nach einem Switch gemacht der IGMP v3 und somit Multicastunterstützung bietet. Bezahlbare Switches in diesem Umfeld sind rar, insbesondere sind mir keine bekannt die über mehrere GBit-Ports verfügen. Diskussionen hierzu gibt es auch im T-Online Support Forum. Nach längerer Suche bin ich dann auf den Zyxel ES-2108G gestoßen. Dieser Switch bietet 8 x 100 MBit Ports, 1 x GBit Port und ist über eine Weboberflache managebar. Der Switch liegt preislich bei ca. 150€ und ist somit noch bezahlbar.
Die wichtigste Funktionalität ist aber natürlich die Unterstützung von IGMP v3. Die Konfiguration ist dank der Weboberfläche recht einfach durchzuführen. Unter “Advanced Settings”->”Multicast” lässt sich das IGMP Snooping aktivieren.
Nicht vergessen die Änderungen zu speichern und schon kann im Netz problemlos “gemulticasted” werden. Damit werden IP-TV Streams auch tatsächlich nur noch an die entsprechenden Endgeräte (Media Receiver) weitergeleitet. Alle anderen Ports werden somit nicht mehr belastet und auch die Nutzung des WLAN ist problemlos möglich.